Johannes Gutenberg

Johannes Gutenberg. Ein "T".

Sehr elektrisch geht es diesmal zu in unserer Nach-Lese. Zum Ausgleich präsentieren wir Altvater Gutenberg.

Wie könnte es anders sein, das Thema der Woche war natürlich der Start des iPad 2 – zum einen, weil das Gerät doch um einiges verbessert wurde, zum anderen, weil Steve Jobs sich persönlich zum Launch blicken ließ. Wir wünschen weiterhin gute Genesung, die Rezension des Geräts überlassen wir aber anderen. Wenn es denn den Verkauf von Ebooks ankurbelt, ist es willkommen. Ab 11. März wird es in den USA verkauft, der Preis startet bei 499 US-Dollar – ein Preisbrecher ist das gute Stück also nicht.

Im Kampf der Giganten um die Ebook-Konditionen in den USA hat Random House nun das „Agency Model“ akzeptiert und damit letztlich anerkannt, dass eine sinnvolle Entwicklung des Angebots ohne die Einbindung in den iBookstore von Apple nicht sinnvoll ist. Bisher mussten iPad-Nutzer, die Bücher von Random House kaufen wollten, den Umweg über Buchhandels-Apps nehmen. Das „Agency Model“ bedeutet, dass der Verlag den Verkaufspreis für Ebooks festsetzt und dem Verkäufer einen Rabatt einräumt – so ähnlich, wie dies im Geschäft mit gedruckten Büchern grundsätzlich auch üblich ist. Der Schritt ermöglicht es Random House vom erwarteten Hype um die zweite iPad-Generation zu profitieren.

ZVAB-Taschenterror auf der Buchmesse (c) Frankfurter Buchmesse

Apples Erzrivale Amazon setzt dagegen auf systematische Erweiterung des Angebots und schwingt sich auf zum Antiquariats-Giganten: Der Ableger Abebooks (2008 von Burda gekauft) hat jetzt den Konkurrenten ZVAB (das sind die mit den grausligen Riesentüten auf der Buchmesse) geschluckt. Dort sind laut Angabe auf der Website 35 Millionen Titel erhältlich. Eine Menge Holz…

… totes Holz, würden Elektrobuch-Aficionados sagen, und damit nochmal zurück zum Thema Ebooks: Die EU-Kommission hegt den Verdacht, dass einige Verlage illegale Preisabsprachen getroffen haben. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurden am vergangenen Dienstag unter anderem die Geschäftsräume von Albin Michel, Hachette, Flammarion und Gallimard von Beamten der Kommission untersucht. Francis Esmenard, der Chef von Albin Michel, vermutet laut dem Bericht, dass die böse Konkurrenz von Amazon dahinter steckt, die mit der Anschwärzung der Verlage ein Verbot der Preisbindung für Ebooks durchsetzen wolle. Die EU-Kommission verweist darauf, dass auch in anderen Ländern ähnliche Operationen durchgeführt wurden. Wir erinnern uns mit Grausen an den jahrelangen Rechtsstreit um die Preisbindung für Bücher in den deutschsprachigen Ländern. In dieser Sache ist die EU-Kommission völlig im Griff der Ideologen – das könnte also noch haarig werden.

Und zuletzt werben wir in eigener Sache: Unser Intensiv-Seminar “Social Media in der Verlagspraxis: Marketing & Vertrieb” findet am 6. April in der Romanfabrik Frankfurt statt. Anmeldung bitte bis 25. März.