Daunt's Marylebone (c) ehlingmedia 2011

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Die Welt ist groß und Verlage gibt es überall; fast überall, jedenfalls. Welche aber sind die richtig großen Verlagskonzerne der Welt? Und: Was macht sie eigentlich so groß?

Diesen Fragen werde ich in den kommenden Wochen in einer lockeren Serie nachgehen, in denen ich Ihnen die Bücher-Behemoths der Welt vorstelle.

Zum Auftakt einer solchen Serie gibt es keinen besseren Einstieg, als Ihnen die Daten zu präsentieren, die der unermüdliche Sammler Rüdiger Wischenbart zusammengetragen hat. Er erstellt seit 2007 das “Global Ranking of the Publishing Industry”, eine Initiative des französischen Branchenmagazins Livres Hebdo. Das Ranking wird co-publiziert von The Bookseller in Großbritannien, buchreport in Deutschland, PublishNews Brazil und Publishers Weekly in den USA.

Hier die Liste der 25 größten Verlagskonzerne der Welt, noch mehr finden Sie u.a. in der Tabelle, die Publishers Weekly veröffentlicht hat.

Rang 2012 Rang 2011 Name Sitz Teil von Sitz der Konzernmutter Umsatz 2012 (Mrd US$) Umsatz 2011 (Mrd US$)
1 1 Pearson GB Pearson Plc GB 9,158 8,411
2 2 Reed Elsevier GB/NL/US Reed Elsevier Plc GB/NL/US 5,934 5,686
3 3 ThomsonReuters US Woodbridge CA 5,386 5,435
4 4 Wolters Kluwer NL Wolters Kluwer NL 4,766 4,360
5 8 Random House DE Bertelsmann SE DE 3,328 2,274
6 5 Hachette Livre FR Lagardère FR 2,833 2,649
7 6 Grupo Planeta ES Grupa Planeta ES 2,597 2,304
8 7 McGrawHill US McGrawHill Companies US 2,292* 2,292
9 9 Holtzbrinck DE Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck DE 2,220 1,952
10 10 Scholastic US Scholastic Corp US 2,148 1,906
11 11 Cengage US Apax Partners USA/CA 1,993 1,876
12 12 Wiley US Wiley US 1,783 1,743
13 13 De Agostini Editore IT Gruppo De Agostini IT 1,724* 1,724
14 14 Shueisha JP Hitotsubashi Group JP 1,464 1,714
15 15 Kodansha JP Kodansha JP 1,368 1,551
16 19 Springer Science + Business Media DE EQT / GIC SE/ SG 1,298 1,138
17 18 Houghton Mifflin Harcourt US Education Media & Publishing Group Ltd US / GB (Cayman Islands) 1,286 1,295
18 16 Shogakukan JP Hitotsubashi Group JP 1,254 1,444
19 20 HarperCollins US News Corporation US 1,189 1,100
20 21 Informa GB Imforma Plc GB 1,126 1,069
21 23 Oxford University Press GB Oxford University GB 1,125 1,004
22 - China Publishing Group Corp. CN Chinese Government CN 1,104 n/a
23 - Phoenix Publishing + Media Comp. CN Chinese Government CN 1,076 n/a
24 26 Kadokawa Publishing JP Kadokawa Holdings Inc. JP 1,000 0,904
25 24 Grupa Santillana ES Prisa ES 0,985 0,936

*Neueste Daten aus dem Jahr 2011
“Global Ranking of the Publishing Industry” © Livres Hebdo, mit Dank an Rüdiger Wischenbart

Grundsätzlich zeigt diese Tabelle, dass auch weiterhin das große Geld im Verlagswesen dort gemacht wird, wo das Publikum sich selten hin verirrt: Bei Bildung, Wissenschaft und Fachinformation. Die Plätze 1 bis 4 werden von Anbietern solcher Inhalte belegt, erst dann folgen mit Random House, Hachette und Planeta Unternehmen, die sich vor allem im Publikumsmarkt tummeln. Seinen Sprung von Platz 8 auf Platz 5 der Liste verdankt Random House übrigens ganz wesentlich dem Erfolg der Fifty Shades of Gray-Trilogie – Pecunia non olet.

Aber, nichts bleibt wie es ist: Pearson, der unumstrittene Leithengst der Verlagsherde, setzt zukünftig ganz auf seine Bildungssparte und hat im Jahr 2012 seinen Publikumsverlag Penguin in ein neues Gemeinschaftsunternehmen mit Bertelsmann eingebracht. Das wird am Ranking wenig ändern, zu groß ist der Vorsprung von Pearson auf den Rivalen Reed Elsevier. Der sieht sich seit einigen Jahren wachsender Kritik seitens der Wissenschaft und der Bibliotheken ausgesetzt, fast 20.000 Wissenschaftler in aller Welt boykottieren Fachmagazine aus diesem Verlag.

Ganz und gar verabschieden aus der Szene wird sich McGraw Hill, das seine sämtlichen verlegerischen Aktivitäten verkauft  hat und sich ausschließlich auf Finanzinformationen  und – dienstleistungen konzentriert.

Sehr spannend wird es werden, wenn demnächst Finanzinvestoren, die ihr Geld in eine Vielzahl von Verlagskonzernen investiert haben, ihre Beteiligungen weiterreichen. Besonders die neuen Großverlage aus China, die sich erstmalig in die Top-Liste geschoben haben, verfügen über ausreichende Geldmittel, um sich solche Filetstücke zu sichern.