Buchhändler, Autoren und Verleger aus der ganzen Schweiz, unterstützt von Politikern aller Parteien und der Stiftung für Konsumentenschutz SKS kämpfen für ein «JA zum Buch» mit Preisbindung. Diese stärkt Schweizer Buchhandlungen und Verlage, sichert die kulturelle Vielfalt, fördert Schweizer Literatur und senkt die Preisunterschiede zum Ausland ohne einen einzigen Steuerfranken.

Das Buch ist kein Produkt wie jedes andere. Das Buch ist Wirtschafts- und Kulturgut zugleich. Bücher sind ein wichtiger Teil der Kultur unseres Landes, das auf seine Vielsprachigkeit und Bildung, seine Verlage, Autorinnen und Autoren zu recht stolz ist. Doch die Rahmenbedingungen für die Buchbranche verschlechtern sich. Die Preisbindung ist ein einfaches Lenkungsinstrument, um die Buchvielfalt ohne einen einzigen Steuerfranken zu sichern: Durch einen auf Inhalt, Qualität und Preis ausgerichteten Wettbewerb werden auch in Zukunft Werke von kleineren Schweizer Verlagen und (noch) unbekannten Autoren publiziert und finden über ein gutes Buchhandlungsnetz den Weg zu den Leserinnen und Lesern.

Das Buch – die Literatur, eines der kostbarsten Kulturgüter, darf nicht im Haifischbecken des sogenannten freien Marktes und des Mainstreams zerfleischt werden.
Hans Läubli, Kantonsrat Grüne, Kanton Zürich; Geschäftsleiter Suisseculture
Die Buchpreisbindung ist ein Instrument der Selbstregulierung, das in allen unseren Nachbarländern erfolgreich funktioniert – im stationären Buchhandel wie auch online. Es stärkt engagierte KMU-Betriebe und sichert qualifizierte Arbeitsplätze – besonders auch in Randregionen. Und sie hält die Bücherpreise über das gesamte Buchsortiment tief – nicht nur für wenige Bestseller in Discountern. Mit der Einführung der Preisbindung werden die in den letzten Monaten als Folge des tiefen Euros gesenkten Listenpreise – also die von den Verlagen empfohlenen Preise – für alle Händler verbindlich. Damit werden bei Einführung der Preisbindung die Preisunterschiede zum Ausland kleiner. Und der Preisüberwacher ist endlich kein zahnloser Tiger: Er kann mittels Verordnung intervenieren; diese Möglichkeit hat er sonst in keiner Branche.

Die Erfahrungen aus der Romandie oder auch England zeigen, dass der deregulierte Buchmarkt nicht für Qualität und Vielfalt sorgt, sondern für hohe Preise und Monokultur. Rabattschlachten auf wenigen Massentiteln stehen stark überhöhten Preisen beim restlichen Sortiment gegenüber; massives Buchhandels- und Verlagssterben führt zu kultureller Verarmung. Autorinnen und Autoren, Buchhändler und Verleger aller drei Landesteile setzen sich deshalb für ein «JA zum Buch» mit Preisbindung ein. Sie werden von einer breiten politischen Allianz aus Vertretern von BDP, CVP, FDP, Grünen, SP und SVP, unterstützt. Auch die Stiftung für Konsumentenschutz SKS, der Verband der Autorinnen und Autoren AdS, Swips (Swiss Independent Publishers) und viele andere mehr sagen «JA zum Buch».

Neoliberale Gegner versuchen, am Buchhandel ein ordnungspolitisches Exempel zu statuieren. Dieselben Kreise, die gegen die Preisbindung polemisieren, haben bspw. das Verlagsförderungsprogramm «Succès Livre» verhindert und scheuen sich nicht, in der Pharmaindustrie oder der Landwirtschaft weit massivere Markteingriffe zu tolerieren. Stattdessen verteufeln sie deutsche Verlage wie Suhrkamp oder Hanser, die wichtige Schweizer Autoren publizieren, als «ausländische Grossverlage» und zwielichtige Profiteure. Die Schweizer Buchbranche ist stolz auf diese Verlage und ihre Bücher. Sie sind Teil unserer kulturellen Identität und der Buchvielfalt, die mit der Preisbindung gestützt wird. Damit dies nicht nur in Deutschland oder Frankreich, sondern auch in der Schweiz geschieht, braucht es am 11. März ein «JA zum Buch».


Françoise Berclaz, Buchhandels-Präsidentin Asdel; Inhaberin La Liseuse, Sion: 078 843 02 20
Marianne Sax, Präsidentin SBVV und Inhaberin Bücherladen, Frauenfeld, 079 328 25 76
Dirk Vaihinger, Vizepräsident SBVV und Verleger Nagel & Kimche, Zürich, 079 303 02 22
Pascal Vandenberghe, Generaldirektor Buchhandelsgruppe Payot, Lausanne, 079 474 81 17

Pressematerial

Medienmitteilung & Referate (pdf, 12. Januar 2012)

Communiqué de presse (pdf, le 12 janvier 2012)

Plakat «JA zum Buch» (pdf, A4)

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